Auszug
aus der Deggendorfer Zeitung vom 23.03.2007 (von
Christian A. Schneider)
Offenberg/Augsburg.
Für ihren vorbildlichen Umgang mit historischer
Bausubstanz erhielt die Gemeinde im Rahmen der Aktion
„Dorf vital“ einen Scheck über 3000 Euro. Der
Bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und
Forsten, Josef Miller, übergab den Preis im Rahmen
eines Festaktes im Goldenen Saal von Augsburg an Bürgermeister
Nikolaus Walther.
In
der Begründung für die Preisverleihung wurde zunächst
auf die Ausgangslage eingegangen. Die Gesamtgemeinde
Offenberg mit ihrem Hauptort Neuhausen habe in den
letzten 30 Jahren mit 53 Prozent Bevölkerungszuwachs
die höchste Quote im Landkreis Deggendorf gehabt.
Gleichzeitig sei aber in den Ortsteilen Offenberg,
Wolfstein und Hubing die Bevölkerung um neun Prozent
auf derzeit 360 Einwohner zurückgegangen.

Das
Vorhandensein zahlreicher desolater denkmalgeschützter
Gebäude in den drei Ortsteilen sei jedoch als Chance
angenommen worden. Bereits 1996 sei bei der
Leitbildentwicklung zum Dorferneuerungsverfahren der
Erhalt der alten Bausubstanz und die Schaffung von
Treffs als klares Ziel formuliert worden. Es dürfte
einmalig sein, dass es ohne Ausnahme gelungen sei, die
vier Baudenkmäler zu sanieren und einer neuen Nutzung für
die Öffentlichkeit zuzuführen.
Das
Offenberger Schloss mit Nebengebäuden und Außenanlagen
wurde in Privatinitiative nach und nach saniert und
diene zudem als „Kulturschloss“, u. a. auch als Festspieltort für die „Europäischen Wochen“.
Weiter kulturelle Veranstaltung und auch private
Hochzeiten würden von dem außergewöhnlichen Amiente
profitieren. Das alte denkmalgeschützte Dorfwirtshaus
lade auf Grund der Initiative der privaten Eigentümer wieder
zum Verweilen ein. Als Schlosstaverne mit Biergarten und
Kegelbahn sei es öffentlich zugänglich. Die Schaffung
einer Dorfmitte auf einem gepachteten Grundstück sowie
die Sanierung der Dorfstraßen würden die Investitionen
in die Stärkung des Offenberger Ortskerns abrunden.

In
den Ortsteilen Hubing und Wolfstein sei Bürgermeister
Nikolaus Walther mit Stetigkeit
die Rettung von zwei Bäuerlichen Denkmälern gelungen, im
Gemeinderat eine Mehrheitsentscheidung für die
Sanierung eines Stadels und eines Getreidekastens aus dem Jahr 1724
bzw. 1734 zu erreichen.
Gemeinsam mit der neu errichteten Stockbahn, dem
Kinderspielplatz und dem Dorfweiher würden sie die neue
Dorfmitte bilden. Direkt angrenzend habe die Gemeinde
auf 18 000 qm ein kleines Baugebiet für junge Familien
erschlossen.
Das
beispiellose Zusammenwirken zwischen
Gemeindeverantwortlichen , Bevölkerung, Planer und Behörden
habe zu einem vorbildlichen Umgang mit der historischen
Bausubstanz geführt. Gerade sie biete heute die
Grundlage für die vitalen Ortskerne. Die Bürger hätten
direkt erlebt, dass sich ihr Engagement lohne, und die
im Leitbild formulierten „Visionen“ Wirklichkeit
geworden seien. Dies
schaffe unverwechselbare Identität, stärke die
Dorfgemeinschaft und das Heimatgefühl.
Insgesamt
waren 24 bayerische Dörfer mit ihren innovativen
Entwicklungskonzepten und dem großen Engagement der Bürger
Staatsminister Josef Miller und Gemeindetagspräsident
Dr. Uwe Brandl ausgezeichnet worden. Die Projekte der
Preisträger zeigen nach den Worten Millers
beispielhaft, wie die vorhandenen baulichen potenziale
in den Dörfern für die Vitalisierung der Dorfkerne und
der Ortsentwicklung genutzt werden können. Bewertet
wurden die bauliche und die soziale Innenentwicklung,
die Funktionsvielfalt sowie die Dorf- und
Verantwortungsgemeinschaft. Vor allem der engagierte
Einsatz der Bürger ist laut Müller enorm wichtig:
„Sie übernehmen damit Verantwortung und gestalten
aktive die Zukunft ihrer Gemeinden.
-
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Folgende Links werden vom Bayerischen
Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten zur
Verfügung gestellt::
- Alle Projektdarstellung:
http://www.landentwicklung.bayern.de/publikationen/15810/linkurl_1_9_0_0.pdf
- Ländliche Entwicklung:
http://www.landentwicklung.bayern.de